traubenmag - no. 15

The Incredible Bo

Hey! 🤠
Wir befinden uns mitten im Endspurt der Hinrunde und heute gibt es aufgrund der kürzlichen Vorkommnisse ein sehr ausführliches Hertha-Update. Zudem blicken wir auf die erstarkten Mainzer und analysieren, was sie so erfolgreich macht.
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The Incredible Bo

Bild: Thomas Frey / dpa

Die Mainzer haben es tatsächlich geschafft, den zuvor ungeschlagenen Bayern ihre erste Bundesliga-Niederlage in dieser Saison zuzufügen. Das Team von Bo Henriksen gewann am Ende mit 2:1 und steht damit nun in direkter Reichweite der europäischen Plätze auf Rang 7. Dass Mainz eine gute Saison spielen würde, habe ich bereits vor der Saison vorhergesagt, hier könnt ihr den Artikel noch einmal nachlesen.
Nach der katastrophalen Saison der Mainzer im letzten Jahr, in der sie beinahe abstiegen, drehen die Rheinhessen unter Bo Henriksen wieder richtig auf. Neben dem FC Bayern konnte der FSV zuvor bereits Borussia Dortmund mit 3:1 zuhause schlagen. Woher kommt dieser Erfolg?

  • Konstanz: In der Tabelle der erzielten Tore ist Mainz mit 25 Treffern auf Rang 6 der Bundesliga-Tabelle und steht defensiv ebenfalls sehr gut da. Mit gerade einmal 1,4 Gegentoren pro Spiel sind im Moment nur der FC Bayern und RB Leipzig besser als die Mainzer.

  • Jonathan Burkardt: Der junge Mainzer Stürmer, der aus der eigenen Jugend kommt, entwickelt sich gerade immer mehr zum Shooting-Star der Bundesliga. In bisher 14 Einsätzen schoss der Neu-Nationalspieler zehn Tore und bereitete ein weiteres vor. Damit steht er aktuell hinter Harry Kane (14 Tore) und Omar Marmoush (13 Tore) auf Platz drei der Torschützenliste. Leider verletzte sich Burkardt vor einigen Tagen und wird dem FSV wohl bis zum Rückrundenauftakt fehlen.

  • Spielsystem: Im Spiel gegen die Bayern am Samstagnachmittag war sehr gut zu erkennen, was Mainz gerade so erfolgreich macht. Auch gegen den offensivstarken FC Bayern setzte Mainz auf ein enormes Gegenpressing, das die Münchener zur Verzweiflung brachte, sodass sie selten bis nie in gefährliche Situationen kommen konnten. Mainz ist mit Abstand die beste Bundesliga-Mannschaft im Bereich der abgefangenen Bälle pro Spiel (11,5).

🌐 Hertha-Update 🌐

Bild: Andreas Gora/dpa

Die Enttäuschung sitzt tief, nachdem die Blau-Weißen am Freitagabend ein weiteres Heimspiel verloren. Am Ende gab sich Hertha mit 1:2 gegen den Drittliga-Aufsteiger Preußen Münster geschlagen. Damit ist wohl nun seit dem Abstieg vor anderthalb Jahren ein neuer Tiefpunkt erreicht. Herthas Heimbilanz ist unterirdisch, in der Heimtabelle steht der Club auf Platz 14. In acht Heimspielen stehen nun gerade einmal zwei Siege zu Buche, dazu ein Unentschieden und fünf Niederlagen. Und das, obwohl die meisten Top-Teams erst in der Rückrunde nach Berlin reisen müssen.
Hertha steht nun mit mauen 21 Punkten auf Rang 11 der Tabelle und startete damit sogar noch schlechter als im vergangenen Jahr unter Pál Dárdai in die Zweitliga-Saison. Und die Probleme sind vielseitig. Zum einen sind da natürlich die ewig andauernden Verletzungen, die kaum Kontinuität im Zusammenspiel erlauben. Hier ein Ausschnitt des Lazaretts:

  • 🚑 John Anthony Brooks (IV) - Knöchelverletzung, fehlt seit Anfang Sep.

  • 🚑 Linus Gechter (IV) - Wadenverletzung, fehlt seit Anfang Dez.

  • 🚑 Jeremy Dudziak (LV / ZM) - Leistenverletzung, fehlt seit Mitte Sep.

  • 🚑 Michał Karbownik (LV / ZM) - Knöchelverletzung, fehlt seit Anfang Nov.

  • 🚑 Kevin Sessa (ZM) - Muskelverletzung, fehlt seit Anfang Dez.

  • 🚑 Bilal Hussein (ZM) - Knöchelverletzung, fehlt seit Ende Nov.

  • 🚑 Fabian Reese (LF) - Knöchelverletzung, fehlte von Juli - Ende Nov. und nun erneut seit Anfang Dezember

  • 🚑 Marten Winkler (RF) - Muskelverletzung, fehlt seit Ende Nov.

Und trotzdem sollte der Kader noch gut genug sein, um Spiele zu gewinnen. Dem ist nicht so, da die Probleme wesentlich tiefer gehen.

  • Hertha kassierte in den ersten 16 Saisonspielen bereits 27 Gegentore und somit blieb Tjark Ernst gerade einmal zwei Spiele ohne Gegentor - der drittschlechteste Wert der Liga.

  • Die Alte Dame hat im Durchschnitt die zweitmeisten Torschüsse pro Spiel (5,7) und die zweitmeisten Ballberührungen im gegnerischen Strafraum (423) und steht trotzdem sowohl bei den Expected Goals (22,5) als auch bei den eigentlich erzielten Toren pro Spiel (1,7) im Mittelfeld der Liga. Bedeutet im Umkehrschluss, dass die herausgespielten Offensiv-Szenen viel zu ungefährlich sind.

  • Hertha ist enorm ungefährlich bei offensiven Standardsituationen. Aus insgesamt 98 Ecken (>6 Ecken pro Spiel) entstand viel zu selten Torgefahr. Aus offensiven Freistößen konnte bisher ebenfalls noch kein Tor erzielt werden.

Es bleibt mir ein Rätsel, wie sich die Situation in den nächsten Wochen verbessern soll, ich lasse mich jedoch sehr gern eines Besseren belehren. Auf geht’s trotzdem zum letzten Hinrundenspiel nach Hannover.

Coming up:
📅 So, 22.12.24, 13:30 Uhr: Hannover 96 vs. Hertha BSC (auswärts)
🔄 Mi, 01.01.25: Beginn der Wintertransfer-Periode

Aktueller Tabellenplatz: 11 ➡️ (Punktestand: 21)