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Huch, wo ist der Swoosh?
Hey 🫡
Es ist der erste Advent und als Geschenk lege ich euch heute einen prall gefüllten Post unter den Adventskranz! Wir werfen einen Blick auf den umkämpften Markt der Trikot-Ausrüster und geben eine ausführliche Preview aufs DFB-Pokal-Achtelfinale.
Und es gibt schon bald einen weiteren Grund zur Freude. In Kürze bringe ich das erste traubenmag-Shirt in den Shop - und das hat es in sich. Für alle Neugierigen gibt es hier den ersten Sneak Peek. Weitere Infos folgen, stay tuuuuned! 🚨

Das beste Weihnachtsgeschenk der Welt. Bald im Shop verfügbar
Huch, wo ist der Swoosh?

Bild: IMAGO / snowfieldphotography
Der Markt für Fußballtrikots ist groß und sehr umkämpft. Seit Jahrzehnten gibt es in diesem Geschäft diverse Wettbewerber, die Jahr für Jahr darum kämpfen, langfristige Deals mit Top-Vereinen an Land zu ziehen. Doch die Konkurrenten verändern sich stetig und so finden immer wieder neue aufstrebende Firmen ihren Weg ins Sport-Textil-Business. Wir nehmen diese Entwicklung unter die Lupe.
Wenn ein Ausrüster mit dem Gedanken spielt, einen langfristigen Vertrag mit einem Fußball-Club zu schließen, sind insbesondere der sportliche Erfolg und die damit einhergehende Stabilität sowie die Markenbekanntheit des Vereins von besonderer Bedeutung. Ein Top-Verein verkauft mehr Trikots und verlangt somit auch höhere Sponsoring-Beträge vom Ausrüster. An einem verkauften Trikot verdienen der Hersteller und der Verein einen ähnlichen Anteil - meist jeweils ca. 30% des Verkaufspreises.
In der Bundesliga ist in den letzten Jahren ein interessanter Trend zu beobachten. In der Spielzeit 2021/22 war Nike noch Spitzenreiter und rüstete sieben Bundesliga-Klubs aus. In der aktuellen Saison sind es gerade einmal drei - der VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg. RB Leipzig wechselte zu Puma, Augsburg und Bochum zu Mizuno und Hertha BSC spielt nun in der zweiten Liga. Auch Nikes Vertrag mit Hertha läuft nach der aktuellen Saison aus und Castore wird neuer Ausrüster des Hauptstadt-Klubs.
Wie bereits im Sommer kurz vor der Heim-EM öffentlich wurde, gewann Nike hingegen die Ausschreibung für die Trikots der deutschen Nationalmannschaft, die der US-Hersteller ab 2027 vom Konkurrenten Adidas übernehmen wird. Vor kurzem wurde zudem bekannt, dass Nike seinen langjährigen Ausrüstungsvertrag mit der portugiesischen Nationalmannschaft nicht verlängern wird.
Von außen wirkt es insgesamt beinahe wie ein Konsolidierungskurs von Nike. Sie beenden die Zusammenarbeit mit kleineren, weniger erfolgreichen bzw. markenpräsenten Vereinen und fokussieren sich stattdessen auf wenige, aber dafür große Ausrüstungsdeals, zu denen unter anderem der DFB zählen dürfte.
Nun zoomen wir einmal heraus und werfen einen Blick auf die Verteilung der Ausrüster in den europäischen Top-Ligen.
🏴 Premier League:
Adidas: 7 Vereine (35%)
Nike: 4 Vereine (20%)
Umbro: 4 Vereine (20%)
Puma: 2 Vereine (10%)
Castore: 1 Verein (5%)
Macron: 1 Verein (5%)
SUDU: 1 Verein (5%)
🇩🇪 Bundesliga:
Puma: 6 Vereine (33%)
Nike: 3 Vereine (17%)
Adidas: 2 Vereine (11%)
JAKO: 2 Vereine (11%)
Mizuno: 2 Vereine (11%)
Castore: 1 Verein (6%)
Hummel: 1 Verein (6%)
JOMA: 1 Verein (6%)
🇮🇹 Serie A:
Adidas: 3 Vereine (15%)
JOMA: 3 Vereine (15%)
Kappa: 3 Vereine (15%)
Puma: 2 Vereine (10%)
Macron: 2 Vereine (10%)
Nike: 1 Verein (5%)
Eye Sport: 1 Verein (5%)
Mizuno: 1 Verein (5%)
M908: 1 Verein (5%)
Lotto: 1 Verein (5%)
EA7: 1 Verein (5%)
Nocta: 1 Verein (5%)
🇪🇸 La Liga:
Nike: 3 Vereine (15%)
Hummel: 3 Vereine (15%)
Puma: 3 Vereine (15%)
JOMA: 3 Vereine (15%)
Castore: 2 Vereine (10%)
Macron: 2 Vereine (10%)
Adidas: 1 Verein (5%)
Kelme: 1 Verein (5%)
Umbro: 1 Verein (5%)
Kappa: 1 Verein (5%)
Key Takeaways
Adidas rüstet die Top-Klubs der deutschen Bundesliga, der englischen Premier League, der italienischen Serie A und der spanischen La Liga aus und sicherte sich damit die wertvollsten Trikot-Deals
Nike wendet sich nun einer Adidas-ähnlichen Strategie zu, indem es sich von kleineren Vereinen entfernt und auf wertvollere Trikot-Deals fokussiert
In jeder europäischen Top-Liga sind die Märkte umkämpft und auf viele verschiedene Ausrüster verstreut. In der italienischen Serie A gibt es z.B. bei zwanzig Vereinen zwölf verschiedene Trikot-Ausrüster
Kleinere Marken wie Castore sind aufstrebend und werden zukünftig mit kleineren und mittelgroßen Klubs deutliche Marktanteile gewinnen
Der SSC Neapel hat mit EA7 (Armani) definitiv den coolsten Ausrüster
Preview: DFB-Pokal Achtelfinale

Bild: IMAGO
🏆 Dienstag, 03.12.2024:
Arminia Bielefeld - SC Freiburg
Die Arminia ist der letzte verbliebene Drittliga-Klub im Wettbewerb. Nach dem sportlichen Absturz der letzten Jahre scheint sich die Mannschaft wieder gefangen zu haben, denn aktuell spielt sie im Aufstiegsrennen der 3. Liga fröhlich mit. Für den SC Freiburg, der in den letzten Wochen mehrere Dämpfer kassierte, ist es ein sehr unangenehmes Los. Diese Paarung riecht ein wenig nach Überraschung und es lassen sich gewisse Parallelen zu Saarbrücken in der Vorsaison ziehen, die mit dem FC Bayern, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach gleich drei Bundesliga-Klubs eliminierte. Dieses Spiel könnte durchaus erst in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen entschieden werden.
Mein Tipp: Arminia Bielefeld kommt weiter
Jahn Regensburg - VfB Stuttgart
In der zweiten Achtelfinal-Paarung trifft Jahn Regensburg auf den VfB Stuttgart. Der VfB bleibt aktuell zwar noch deutlich unter den Erwartungen, ist aber dennoch ein absolutes Top-Team der Bundesliga. Im Kontrast dazu steht der Drittliga-Aufsteiger aus Regensburg, der in der zweiten Liga aktuell mächtig unter die Räder kommt. Mit gerade einmal fünf geschossenen Toren in vierzehn Spielen ist es mir unerklärlich, wie die Offensive des Jahn sich gegen Stuttgart bewähren soll. Diese Partie sollte eine relativ klare Angelegenheit sein.
Mein Tipp: VfB Stuttgart kommt weiter
Bayern München - Bayer 04 Leverkusen
Das absolute Top-Spiel des diesjährigen Pokal-Achtelfinals. Diese Paarung verspricht mächtig Spannung und könnte dennoch wenig torreich enden. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Bundesliga-Giganten Ende September endete die Partie mit 1:1. Doch in dieser Zeit waren die Vorzeichen noch anders. Damals musste sich der FC Bayern unter Vincent Kompany noch eingewöhnen und wirkte noch nicht abgezockt genug, enge Spiele für sich zu entscheiden. Eine Eigenschaft, die sie sich in den letzten Wochen definitiv angewöhnt haben. Zudem befand sich Leverkusen zum Anfang der Saison noch in einer deutlich besseren Situation. In letzter Zeit musste Leverkusen diverse Rückschläge hinnehmen, kassierte häufig spät noch den Ausgleich und verlor deutlich an Momentum. Am Ende wird es für Xabi Alonso die bisher schwierigste Prüfung in dieser Saison und es muss eine taktische Meisterleistung her, um die Bayern in aktueller Form zu bezwingen.
Mein Tipp: Bayern München kommt weiter
Werder Bremen - SV Darmstadt 98
Eine sehr interessante Paarung. Werder Bremen gibt aktuell einen gefestigten Erstligisten ab, während sich Darmstadt nach dem Horror-Start in der zweiten Liga wieder gefangen hat und nun sogar um den Aufstieg mitspielt. Es könnte eine sehr enge Partie werden, in der beiden Mannschaften viel abverlangt wird. Darmstadt zeigte in der zweiten Pokalrunde bereits Nerven aus Stahl, indem sie auswärts in der Verlängerung Dynamo Dresden bezwangen. Währenddessen gewann Werder Bremen gegen die starken Paderborner auswärts. Auch, wenn es auf dem Papier eine klare Nummer ist, dass Bremen ins Viertelfinale einzieht, sehe ich diese Partie deutlich enger und könnte mir einen Pokal-Fight gut vorstellen.
Mein Tipp: Werder Bremen kommt weiter
🏆 Mittwoch, 04.12.2024:
1. FC Köln - Hertha BSC
Es ist die absolute Revanche-Möglichkeit für Hertha, nachdem der Effzeh Anfang November einen knappen Sieg im Olympiastadion eintüten konnte. Diesmal findet diese Traditions-Paarung in Köln statt und verspricht Spannung pur. Köln ist im Moment in bester Verfassung und konnte in der zweiten Liga ordentlich aufmischen, während Hertha immer wieder unglücklich Punkte liegen lässt. Doch ein ganz entscheidender Faktor ist diesmal anders. Fabi Reese feierte bereits am Freitag sein Comeback und zeigte direkt, dass er einiges zu beweisen hat. Auf dem Papier ist Köln Favorit, doch Hertha ist auswärts deutlich stärker aus zuhause. Für neutrale Zuschauende könnte es ein Fest werden.
Mein Tipp: Hertha BSC kommt weiter
VfL Wolfsburg - TSG Hoffenheim
Wenn ein Autokonzern besser performt als ein Software-Unternehmen, könnte man meinen, man sähe Wirtschaft vor Acht. Dabei könnten wir genau das in der Partie zwischen Wolfsburg und Hoffenheim sehen. Für Neutrale wohl die uninteressanteste Partie. Wolfsburg warf zuvor den BVB aus dem Wettbewerb und konnte sich ebenfalls in der Bundesliga festigen, Hoffenheim schlug den 1. FC Nürnberg. Ralp Hasenhüttl wird sich sicher wieder etwas einfallen lassen, um den VfL ins Viertelfinale zu führen.
Mein Tipp: VfL Wolfsburg kommt weiter
Karlsruher SC - FC Augsburg
Mit dem KSC und dem FC Augsburg treffen zwei Mannschaften aufeinander, die man im Moment beinahe auf Augenhöhe sehen könnte. Der KSC mischt munter im Aufstiegsrennen der zweiten Liga mit und die Unabsteigbaren aus Augsburg stehen knapp über den Abstiegsplätzen der ersten Liga. Auf dem Papier also sehr ausgeglichen und doch ist es durchaus realistisch, dass sich in dieser Partie der nächste Bundesligist aus dem Wettbewerb verabschiedet.
Mein Tipp: Karlsruher SC kommt weiter
RB Leipzig - Eintracht Frankfurt
Den Abschluss dieses Pokal-Achtelfinals macht die Pokalfinal-Paarung aus dem Jahr 2023. Damals gewann Leipzig bekanntlicherweise den Pokal. Diesmal stehen die Vorzeichen jedoch anders. Die Eintracht vom Main spielt eine überragende Saison und konnte bisher in allen Wettbewerben überzeugen, was man von RB nicht unbedingt behaupten kann. Frankfurt hat bisher schon bewiesen, dass sie sich von Top-Klubs nicht einschüchtern lassen, nachdem sie auswärts beim VfB Stuttgart gewannen und dem FC Bayern ein Unentschieden abluchsen konnten. Ob es ebenfalls für das Weiterkommen gegen Leipzig reichen wird? Schon möglich! Und auch zu hoffen!
Mein Tipp: Eintracht Frankfurt kommt weiter
🌐 Hertha-Update 🌐

Bild: imago/Matthias Koch/IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Na bitte! Nach drei sieglosen Spielen in Folge konnte die Alte Dame am Freitag in Magdeburg den nächsten Auswärtssieg feiern und damit den Anschluss an die Aufstiegsplätze verkürzen. Nach einer sehr verhaltenen ersten Hälfte beider Mannschaften nahm die Partie in der zweiten Halbzeit an Fahrt auf.
Nach dem Führungstreffer der Magdeburger glich Derry Scherhant sehenswert aus. Im Anschluss traf Florian Niederlechner nach einer Ecke zum 1:2. Patrick Ebert hat wohl exakt diese Ecken-Situation einstudiert (🤭). In der 70. Spielminute kehrte Fabian Reese nach viermonatiger Verletzungspause auf den Platz zurück und wenig später tat es ihm Diego Demme gleich, der ebenfalls zwei Monate fehlte. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Luca Schuler nach Vorarbeit des bockstarken Ibo Maza. Ein absolut verdienter Auswärtssieg, der gut tut. Für die Stimmung, die Motivation und den Glauben an das große Ziel.
Diese Partie markierte den Beginn einer englischen Woche, die es in sich hat und die die neu geborene Mannschaft enorm beflügeln kann. Hier der Fahrplan:
Coming up:
🏆 Mi, 04.12.24, 18:00 Uhr: DFB-Pokal Achtelfinale: 1. FC Köln — Hertha BSC (auswärts)
📅 Sa, 07.12.24, 13:00 Uhr: Greuther Fürth — Hertha BSC (auswärts)
📅 Fr, 13.12.24, 18:30 Uhr: Hertha BSC — Preußen Münster (heim)