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How to stop the virus
Hey! 🫡 Wieder einmal liegt ein furioses Fußball-Wochenende hinter uns, dennoch widmen wir uns heute noch Größerem. Viel Spaß mit den Stories!
Btw: Dieses Marseille-Poster würde an euren kahlen Altbau-Wänden wirklich gut aussehen. Ich sag’s ja nur. 🙂↕️ Hier geht’s zu den Postern.
How to stop the virus

Bild: Imago
Die Entscheidung von Jürgen Klopp, dem Getränkekonzern als „Global Head of Soccer” beizutreten, sorgte bekannterweise für Schlagzeilen. Mittlerweile hat sich sicher jeder eine eigene Meinung dazu bilden können, sodass dies hier nicht weiter hinterfragt werden soll. Vielmehr lohnt sich nun ein Blick auf die Regulatorik rund um RB, um damit die wichtigste aller Fragen in dieser Thematik lösen zu können:
Wie kann der RB-Konzern für immer gestoppt werden, den deutschen Fußball zu zerstören?
Die Berichterstattung verläuft sich aus meiner Sicht immer mehr in der Opferrolle. Denn anstatt aktiv nach Lösungen zu suchen, wird der Konzern immer öfter als der große Gegner bezeichnet, gegen den der normale Fußball-Fan nichts ausrichten kann. Bildlich gesprochen: David gegen Goliath, nur dass David keine Steine hat. Dieses Narrativ bringt uns nicht weiter. Es ist zwar richtig, dass ein einzelner Fan, der nicht als Funktionär agiert, allein nichts ändern kann, jedoch gibt es diverse Chancen. Hier sind einige davon:
1) Obligatorisches & stimmberechtigtes Mitgliederangebot
Kleine Rätselrunde: Wie viele stimmberechtigte Mitglieder hat der Verein RB Leipzig? Der 1. FC Magdeburg hat als Zweitligist circa 13.000 aktive Mitglieder, Dynamo Dresden hingegen ungefähr 27.000. Also irgendwas in der Mitte? Nein, RB Leipzig hat exakt 23 stimmberechtigte Vereinsmitglieder. Alle davon arbeiten entweder im Red Bull-Konzern, im Verein RB Leipzig oder vertreten ausschließlich die Interessen des österreichischen Konzerns. Der Verein bietet lediglich eine „Fördermitgliedschaft” an, die Vorkaufsrechte und persönliche Treffen mit Spielern ermöglicht sowie den Verein finanziell unterstützen soll. Das ermöglichst es ihnen, auf eine perfide Weise, die 50+1-Regel formal einzuhalten und zum anderen die Interessen des Investors und Eigentümers bestmöglich im Verein umzusetzen. Ein Interessenskonflikt, oder? RB Leipzig ist der einzige Verein in den deutschen Profi-Ligen, der eine stimmberechtigte Mitgliedschaft nicht an Außenstehende anbietet, da es die Entscheidungsgewalt des Konzerns maßgeblich beeinflussen würde. Andererseits gibt es aus regulatorischer Sicht für den Verein auch keine Pflicht, diesen Schritt zu gehen. Sollte sich das ändern, würde das alles verändern.
2) Begrenzung der Entscheidungsgewalt von Investoren
Viele kennen die 50+1-Regel der DFL. Einfach gesagt bedeutet sie, dass der Mutterverein im Gegensatz zu potenziellen Investoren in offiziellen Vereinsentscheidungen immer eine Mehrheit darstellen kann. Die stimmberechtigten Mitglieder müssen gegenüber Geldgebern zwingend die Oberhand haben - andernfalls verstößt der Verein gegen regulatorische Vorschriften und würde keine Lizenz für die Profi-Ligen erhalten. Im Falle von RB kann man allerdings überhaupt keinen Unterschied zwischen Verein und Investor erkennen. Die Entscheidungsgewalt der Geldgeber maßgeblich einzuschränken und stattdessen den „Fans” (sofern in Leipzig vorhanden) zu übertragen, würde Abhilfe schaffen. Eine mögliche Änderung könnte vorschreiben, dass die Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder nicht in einem wirtschaftlichen Verhältnis zum Investor stehen darf. Diese Regelung ließe sich ebenfalls auf die Vorstands-Positionen ausweiten. In dem Falle dürfte maximal ein begrenzter Teil des Vorstands im Bezug zum Geldgeber stehen.
3) Sanktionen bei Umgehung der 50+1-Regel
In der Bundesliga gibt es mit Bayer 04 Leverkusen und dem VfL Wolfsburg Vereine, die gegen ebenjene Regel verstoßen, allerdings teil einer besonderen Ausnahme-Reglung sind, die auf einer „ununterbrochen und erheblichen Förderung über mindestens 20 Jahre" beruht. Beide Vereine wurden als Werksvereine für die Belegschaft gegründet - für den Chemie-Konzern Bayer und Volkswagen. Abgesehen von diesen beiden Vereinen könnte die DFL bei offensichtlicher Umgehung dieser Regelung zu strengeren Maßnahmen wie beispielsweise Punktabzug oder Lizenzentzug greifen. Dies könnte von unabhängigen Kommissionen überprüft werden. Im Zentrum der Ermittlungen sollten Vereine stehen, die die 50+1-Regel formal zwar einhalten, jedoch faktisch umgehen.
📌 Im Spotlight: Omar Marmoush

Bild: instagram/omarmarmoush7
Last-Minute-Ausgleich gegen den FC Bayern zum 3:3, aktuell Spitzenreiter der Torschützenliste und der Erfolgsgarant für die neu erstarkte Eintracht vom Main. Omar Marmoush ist im Moment zurecht in aller Munde, denn relativ unerwartet spielt er sich gerade Woche für Woche in den Mittelpunkt und sorgt für ordentlich Furore in der Bundesliga. In den ersten sieben Spielen der Saison schoss Marmoush bereits neun Tore und legte fünf weite auf. Damit steht er aktuell sogar noch vor Harry Kane in der Torschützenliste, der gegen Stuttgart einen weiteren Hattrick schnürte. Insbesondere seine unbekümmerte Art, Fußball zu spielen, gepaart mit seinem außergewöhnlichen Selbstvertrauen machen es zu einer Augenweide, ihm beim Kicken zuzusehen.
Im Sturm-Duo mit Hugo Ekitiké flammt die Eintracht erneut auf und startete souverän in die Saison. Die Niederlage am Wochenende gegen Bayer Leverkusen war durchaus bitter und von fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen überschattet. Dennoch macht es unglaublich viel Freude, die Spiele der Eintracht zu verfolgen. In dieser Form ist ihnen definitiv ein Champions League-Platz zuzutrauen und auch die Pokal-Wettbewerbe, für die Frankfurt prädestiniert ist, könnten sich in diesem Jahr wieder viel um die Eintracht drehen. Im DFB-Pokal trifft Frankfurt übrigens zuhause auf Borussia Mönchengladbach, die sich vermutlich schon jetzt vor Marmoush fürchten sollten.
🌐 Hertha-Update: 9. Spieltag 🌐

Bild: dpa/Soeren Stache
Hertha kann also doch noch zuhause gewinnen! Im ersten Freitagabend-Spiel der Saison gewannen die Blau-Weißen mit 3:1 gegen Eintracht Braunschweig, den amtierenden Sieger des Niedersachsen-Derbys. Dabei war die Leistung jedoch alles andere als gut. Die gesamte erste Halbzeit war zu ideenlos und offensiv zu ungefährlich. Der Braunschweiger Führungstreffer zwar glücklich, dennoch nicht unverdient. Auf den Rängen wurde in der Pause zunehmend über die Heimschwäche der aktuellen Spielzeit diskutiert. Nach der Heim-Niederlage gegen Elversberg drohte nun die nächste Heim-Pleite gegen ein Mittelfeld-Team der zweiten Bundesliga. Wohlwissend, dass Hertha vor dem neunten Spieltag ebenjenen neunten Platz in der Tabelle besetzte. Doch schließlich kam es anders. Nach einem Kommunikationsfehler zwischen der Braunschweiger Abwehrreihe und dem Keeper Lennart Grill zieht letzterer Cuisance mit seinen Händen die Beine weg und sieht folgerichtig die rote Karte. Es folgten zwei Elfmetertore und schließlich endlich wieder ein herausgespieltes Tor durch den Edel-Joker Florian Niederlechner.
Bei der Verkündung der Aufstellung vor dem Spiel war es durchaus verwunderlich, dass Derry Scherhant erneut den klassischen Neuner geben sollte und Thorsteinsson über links stürmen würde. Denn im Auswärtsspiel auf Schalke kam die schlussendliche Gefahr schließlich auch erst durch die Einwechslung von Prevljak und Niederlechner auf. Ähnlich lief es am Freitag erneut, nachdem die beiden Stürmer ins Spiel kamen. FN7, wie Niederlechner in West-Berlin genannt wird, holte sofort einen Elfmeter heraus und schoss ein weiteres Tor. Auch Prevljak kam super ins Spiel, machte die Bälle gut fest und sorgte für mehr Gefahr als Derry Scherhant, der nach den Wechseln auf den linken Flügel auswich und sich ebenfalls verbesserte.
Es war ein absoluter Pflichtsieg, der lange gefährdet war und nun für etwas Ruhe vor den kommenden Spielen sorgt - auch, wenn der Erfolg nicht hundertprozentig überzeugend wirkte. Es folgen nun absolute Banger-Spiele, bei denen Hertha sich mit absoluten Aufstiegs-Aspiranten messen muss.
Hinweis für alle Spannungs-Fanatiker: Für das Pokal-Spiel unter Flutlicht gegen Heidenheim gibt es schon ab 21€ Tickets. Nach der letztjährigen Pokal-Saison kann ich nur sagen: Es lohnt sich!
Coming up:
📅 10. Spieltag: Sa, 26.10., 13:00 Uhr: Karlsruher SC vs. Hertha BSC (auswärts)
🏆 2. Pokalrunde: Mi, 30.10., 18:00 Uhr: Hertha BSC vs. 1. FC Heidenheim (heim)
📅 11. Spieltag: Sa, 02.11., 20:30 Uhr: Hertha BSC vs. 1. FC Köln (heim)